TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste Blogverzeichnis - Bloggerei.de

Von Florida nach Auschwitz - oder: Heimatlos auf hoher See (Gustav Schröder 1949, Kapitel 1-2)

Worum es sich handelt
Die “St. Louis” der Hamburg-Amerika Linie sollte fahrplanmäßig im Juni 1939 von New York aus Vergnügungsreisen durchführen. Vorher jedoch, im Mai, wurde sie für die Beförderung von neunhundert Emigranten nach Havanna angesetzt. Diese Reise gestaltete sich infolge eines Landungsverbotes der kubanischem Regierung zu einem aufsehenerregenden Erlebnis für das ganze Schiff und wurde von der Weltpresse mit weit größerer Teilnahme verfolgt als frühere kleinere Unternehmungen dieser Art.
Das dramatische Schauspiel des Holländers Jan de Hartog “Schipper naast God”, das Rolf Italiaander unter dem Titel “Schiff ohne Hafen” ausgezeichnet übersetzt und für die deutsche Bühne bearbeitet hat, rief mir jene durch den großen Krieg schon in Vergessenheit geratenen Ereignisse wieder in die Erinnerung zurück. Ich weiß nicht, welche Begebenheit den Dichter zu diesem Drama angeregt hat, dessen Schauplatz ein kleiner holländischer Dampfer mit einhundertsechsundvierzig Emigranten ist. Der für diese Menschen verantwortliche Kapitän stellt nach mehreren gescheiterten Landungversuchen fest, dass kein Land seine unglücklichen Passagiere aufnehmen will und versenkt sein Schiff in der Nähe der nordamerikanischen Flotte, um die Kriegsschiffe zu zwingen, die Heimatlosen als Schiffbrüchige zu retten und an Land zu bringen. Das Schauspiel gibt die verzweiflungsvolle Stimmung der Emigranten, die Schwierigkeiten und Sorgen der Schiffsleitung, wie auch ich sie durchgekostet habe, ausgezeichnet wieder und wirkt trotz sparsamster Mittel hochdramatisch und erschütternd.
Ich will mit dem folgenden Tatsachenbericht keineswegs mit der künstlerischen Leistung des Dichters wetteifern, sondern es soll rein sachlich und chronologisch festgehalten werden, was ich als Kapitän der “St. Louis” mit den neunhundert Emigranten erlebte. Ich lege Wert darauf, dass bekannt wird, dass das holländische Schauspiel keine Darstellung der Reise der “St. Louis” ist, wie viele infolge von Zeitungsnotizen, die sich widersprachen, glauben. Die in diesem Drama auftretende Besatzung lässt sich zu tätlichen Übergriffen auf die Passagiere hinreißen, was auf der “St. Louis” nicht vorgekommen ist, so dass ihnen an Bord kein Haar gekrümmt wurde. Die Auslandspresse gab es zu.
Fahrt über den Ozean
Schon bei der Abfahrt der “St. Louis” von Hamburg sprach es sich herum, dass die Landung in Havanna vielleicht Schwierigkeiten machen würde, obgleich jeder Passagier eine von einer kubanischen Einwanderungsbehörde unterzeichnete Einreise-Erlaubnis besaß, für die er bezahlt hatte. Man munkelte von innenpolitischen Störungen und Veränderungen, durch die eine Landung verhindert werden könnte. Unter den Fahrgästen herrschte also von vornherein eine etwas nervöse Stimmung. Trotzdem waren anscheinend alle davon überzeugt, dass sie Deutschland nie wieder sehen würden. Rührende Abschiedsszenen spielten sich ab. Manchem sah man eine freudige Erleichterung an, andere verließen ihre alte Heimat schweren Herzens.
Schönes Wetter, reine Seeluft, gutes Essen, aufmerksame Bedienung erzeugten aber doch bald die auf langen Seereisen übliche sorglose Stimmung. Selbst kummervolle Eindrücke des Lebens an Land verblassen schnell auf See und werden zu Träumen. Ein gastliches Schiff mitten auf dem weiten Ozean und noch dazu in einer Gegend, in der ruhiges ausgeglichenes Wetter herrscht, ist eine andere Welt. So war es auch hier. Zuversicht und Hoffnung blühten und niemand regte sich auf.
Als wir uns dem Ziele näherten, warf die große Stadt, der wir zustrebten, schon einige Schatten zu uns herüber. In Telegrammen tauchten Andeutungen über Landungschwierigkeiten auf. Hinzu kam, dass ein alter Lehrer, Moritz Weiler mit Namen, erkrankte und apathisch wurde. Es brach ihm das Herz, dass er auf seine alten Tage von dort fortmusste, wo er sein Leben lang mit den Kollegen in bestem Einvernehmen gearbeitet hatte. Der Schiffsarzt, Dr. Glauner, führte mich zu dem Kranken. Da spürte man keinen Lebensmut mehr. Moritz Weilers letzter Wunsch war, auf hoher See zu sterben. Er verschied noch am gleichen Tage. Gemeinsam mit der Witwe sandte ich ein Telegramm an den in New York lebenden Sohn, damit er nach Havanna käme, um der Mutter beizustehen.
Die Fahrgäste befürchteten, dass eine an Bord befindliche Leiche die Landungsschwierigkeiten verschärfen könnte. So wurde der Verstorbene im Einverständnis mit der Witwe nachts in aller Stille versenkt. Leider blieb es nicht bei diesem einen Toten, denn kaum war die Bestattung beendet, kaum liefen die Motoren wieder, als ein junger Balte, der mit seinem Bruder zusammen in der Küche arbeitete, an derselben Stelle über Bord sprang, an der der Sarg an der Reling gestanden hatte. Ich drehte das Schiff sofort um, ließ ein Boot aussetzen, das ganze Gebiet mit Scheinwerfern ableuchten, - vergebens. Unser Boot fand nur die mit einem Wasserlicht versehene Rettungsboje wieder. Den Bruder musste man festhalten und einschließen, da auch er seinem Leben ein Ende machen wollte.
Fortsetzung folgt.

 

Im Flüchtlingsboot von Florida nach Auschwitz: Die Erinnerungen des Kapitäns der St. Louis

Andere Namen, andere Orte - Menschen flüchten um ihr Leben und niemand will sie aufnehmen. Vor Kriegsbeginn 1939 reisten über 900 jüdische Flüchtlinge auf dem Schiff St. Louis aus Deutschland aus. Viele von ihnen hatten schon die Grauen der KZ´s erlebt. Die Kinder an Bord spielten nach den Erinnerungen des Kapitäns Gustav Schröder nicht "Verstecken" oder "Fangen", sondern "Juden haben keinen Zutritt". 

Sie lagen schon im Hafen von Havanna und in einem US-Hafen in Florida, doch sie mussten zurück aufs Meer, zurück nach Europa, zurück zu ihren grausamen Verfolgern. Gustav Schröder, der Kapitän, viele Politiker, Journalisten und Freunde der unglücklichen Passagiere konnten doch noch das Schlimmste, die Rückkehr nach Deutschland, abwenden. Holland, Belgien und Großbritannien ließen die unglücklichen Menschen in ihr Land. Dort wurden sie dann doch zum Teil Opfer des erbarmungslosen Hasses auf Juden und starben nach Beginn des Krieges in den KZ´s und Vernichtungslagern. 

Amerika änderte seine Meinung und die wenigen Überlebenden durften doch noch kommen, als die Gefahr vorüber war. Viele Jahrzehnte später trafen die Überlebenden den letzten Verwandten des Kapitäns Gustav Schröder.

Dieser mutige Kapitän war nicht gleichgültig, sondern Mensch geblieben und hatte Mitleid nach dem biblischen Wort: was ihr dem Geringsten unter euch tut, das tut ihr für mich. Schröder verstand sich als Team-Player und war fest entschlossen, die ihm anvertrauten Passagiere sicher außerhalb Deutschlands an Land zu bringen. Sein Plan B sah vor, das Schiff vor England auf Grund zu setzen, um so die Aufnahme der Flüchtlinge als Schiffbrüchige zu erzwingen.

Als die Überlebenden in den neunziger Jahren in New York den Kapitän Schröder über alles lobten, tat der bescheidene Neffe Rudolf Schröder die Zivilcourage als Selbstverständlichkeit ab. Doch die ehemaligen Flüchtlinge und Todeskandidaten der Nazis widersprachen Schröder-Junior: "Ohne Gustav Schröder wären wir alle hier nicht mehr hier."

In Erinnerung an die Zivilcourage eines deutschen Helden angesichts von Hass auf Menschen, die anders sind, und angesichts von allgemeiner Gleichgültigkeit möchte ich an dieser Stelle die Erinnerungen des Kapitäns an diese Reise von Florida nach Auschwitz veröffentlichen. Denn Hass auf andere und Gleichgültigkeit gegenüber Flüchtlingen sind heute fast achtzig Jahre später immer noch verbreitet. Zum Glück ist die Mehrheit der Menschen noch einigermaßen besonnen und hat Mitleid. Diese Veröffentlichung ist daher auch ein Weckruf zu Besonnenheit und Mitleid und Zivilcourage, gerade jetzt, wo überall in Europa und in Deutschland Angst zu Hass, Gewalt und Gleichgültigkeit verführen. Angst war, ist und wird immer ein schlechter Ratgeber sein.

Der Kapitän schrieb diese Erinnerungen 10 Jahre nach den Ereignissen nieder, als der Krieg und die Nazi-Herrschaft zu Ende waren. Sein Büchlein ist 1949 im Becherdruck-Verlag in Berlin erschienen. Es scheint keinen Becher-Verlag mehr und auch keine Verwandten von Gustav Schröder zu geben. Daher habe ich mich entschlossen, diese Erinnerung auf eigene Faust als Dokument der Zeitgeschichte wieder zu veröffentlichen.

Falls trotz meiner Nachforschungen doch noch ein Rechtsnachfolger für dieses Dokument leben sollte, so bitte ich freundlich um Kontaktaufnahme und erkläre vorab meine volle Bereitschaft, die vorhandenen Eigentumsrechte des Rechtsnachfolgers zu respektieren.  

 

Europäer flüchten auch: in die USA, alle Jahre, alle Zahlen

Flüchtlinge gab und gibt es schon immer. Besonders viele, als es in Europa besonders furchtbar war: Kriege, Hungersnöte, Armut... Man nennt das die Abstimmung mit den Füßen.

Besonders anschaulich ist die Animation bei den folgenden Einstellung

  • Migrants to US p.a.
  • Log
  • Color: unique
  • Size: Migrants to US p.a.
  • Trails ohne Haken

siehe Beispiel-Einstellungen unten auf dem Bild

 

Flüchtlinge aus Europa

Putin im Eishockey-Team: Mit 62 Jahren noch 8 Tore

CC source: kremlin.ru - thank you comrades;-)

CC source: kremlin.ru - thank you comrades;-)

Politischer Witz: Der russische Präsident Putin ist eine echte Sportskanone und Team-Player. Mit 62 Jahren ist er noch richtig fit. So fluppte er vor ein paar Tagen bei einem Eishockey-Spiel. Nachdem er angeblich den Torwart des Gegners hinrichten ließ, schoss er sein erstes von insgesamt acht Toren.

Die Wutbürger in Brandenburg und Ost-Berlin, die so sehr unter Brüssels Gurken- und Olivenöl-Dekreten leiden, sollten vor der Auswanderung in die russische Steppe unbedingt mit einem Fitnesstraining beginnen. Plautze geht nur im dekadenten Westen. 

 

 

Neulich beim EU-Gipfel: Holland, Juncker und Merkel beim Baden...

Die Kaiserin ist nackt. CC thanks  Olaf Gradin

Die Kaiserin ist nackt. CC thanks Olaf Gradin

Neulich beim letzten EU-Krisengipfel: Team Building Es ist Mai und schon ziemlich heiß. Juncker, Hollande und Merkel haben keine Lust mehr auf endlose Diskussion und büchsen nach dem Mittagessen aus.

Beim Spazieren kommen sie an einen wunderschönen Badesee. Der Himmel ist blau, der Wind bläst sanft über den See... It is swimming time. Doch an Badesachen hat natürlich niemand gedacht. Also, weil man ja unter sich ist, gehen sie alle eben nackt schwimmen, so wie Gott sie eben geschaffen hat.

Herrliches Wasser. Doch irgendwann ruft wieder das Pflichtgefühl und die drei schwimmen ans Ufer zurück. Als sie grade nackigt am Ufer stehen und sich wieder anziehen wollen, kommt ein ganzer Tross Journalisten vorbei. 

Die drei Politiker sind erschrocken und sehen schon die Schlagzeilen vor sich wie etwa: "EU geht baden" oder "Nackte Tatsachen beim Eurogipfel". Die beiden Herren halten sich die Hände vors Gemächt, nur Frau Merkel verdeckt ihr Gesicht mit ihren Händen.

Nachdem die Journalisten sich kräftig amüsiert und wieder verzogen haben, fragen Juncker und Hollande die Kanzlerin, warum sie denn ihr Gesicht versteckt habe und nicht den Intimbereich.

Merkel: Ich weiß ja nicht, wie das bei euch ist. Aber meine Wähler erkennen mich am Gesicht.

Cola-Team: Fritz Cola vor dem Weißen Haus

CC Geraint Rowland, Boy in Mali

CC Geraint Rowland, Boy in Mali

Vor dem Weißen Haus in Washington stehen plötzlich zwei Imbissbuden. Die eine mit der Fahne von Coca Cola, die andere mit dem Logo von Fritz Cola.

Klar, dass jeder Amerikaner, der einigermaßen bei Sinnen ist, bei Coca Cola seine Zuckerbrühe kauft und verächtlich auf Fritz Cola schaut. Plötzlich laufen Security-Leute aufgeregt hin und her, die Ü-Wagen von CNN, CBS, Fox News und anderen fahren vor. Der Präsident höchstpersönlich taucht auf - und ... er geht zu Fritz Cola.

Obama: Hi, you Germany Boys. So läuft das hier nicht. Hier ist das Weiße Haus, die Herzkammer der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Cola ist so amerikanisch wie das Weiße Haus und kein Mensch wird hier eure deutsche Pippi-Cola trinken.

Darauf der Direktor von Fritz Cola: Mit Verlaub, Mr. President, wir sind die Cola-Brothers und wir brauchen keine Ratschläge, wie Werbung und Verkauf funktionieren. 

Das ist Teamwork im Marketing: Lass sie wählen zwischen Cola X und Cola Y und niemand wird sich für einen Schluck Wasser entscheiden

 

Prinzipien des Teamwork: Du sollst nicht...

Hinweisschild in Chicago Downtown am Office Eingang: Du sollst nicht töten! 

Hinweisschild in Chicago Downtown am Office Eingang: Du sollst nicht töten! 

Ich habe neulich gehört, wie jemand über die Betreuung von alten Menschen gesprochen hat. Es ging vor allem um die Pflege der eigenen Eltern, soweit diese sich nicht mehr selbst versorgen könnten. Dabei kamen auch die 10 Gebote zur Sprache. Der Mann zitierte das vierte Gebot: "Du sollst Vater und Mutter ehren, damit du lange lebst."

Danach blickte der Sprecher in die Runde der Zuhörer und wollte wissen, ob die 10 Gebote auch etwas zum Umgang mit den Team-Kollegen zu sagen hätten. Aus der letzten Reihe rief dann einer: "Du sollst nicht töten!"

Work Life Balance: Vorbild Ameise

thank you Shockerz Lee   CC BY 2.0

thank you Shockerz Lee CC BY 2.0

Von der Natur lässt sich jede Menge lernen, z.B. Work Life Balance oder auf gut Deutsch: die richtige Mischung. Ein gutes Beispiel dafür sind die Ameisen.

Man sieht sie ständig, wie sie Lasten schleppen, die das Eigengewicht wahrscheinlich um ein mehrfaches übertreffen. Und obwohl sie so hart arbeiten, sind sie bei jedem Picknick dabei.

Wer ist der Chef im Team?

thank you methodshop.com   CC BY-SA 2.0

thank you methodshop.com CC BY-SA 2.0

Gehirn,  Augen, Magen und ein Schließmuskel  hängen nach Feierabend noch rum. Irgendwann fangen die wichtigen Organe an, sich aufzuspielen und über den Schließmuskel zu lästern.

Das Hirn: Ich bestimme, wo es lang geht. Ich bin der Chef. Du Schließmuskel kannst nur drücken und halten.

Augen: Ich bestimme, was schön ist und was nicht. Ich bin der Chef. Du, Schließmuskel, schaust für mich ganz schlecht aus.

Der Magen: Ich bekomme das ganze gute Essen. Ich muss der Chef sein. Du, Schließmuskel, kriegst nur meine Reste.

Der Schließmuskel wird sauer und macht zu. Nach sieben Tagen quillt der Magen über, die Augen sind verquollen und glasig, das Gehirn kann auch nicht mehr geradeaus denken.

Hirn, Augen und Magen kommen angekrochen und entschuldigen sich.

Sagt der Schließmuskel: Seht ihr, ich bin der Chef.

Und die Moral von der Geschichte:

  1. im Team wird jeder gebraucht
  2. jeder Arsch kann Chef werden.

Team Building in Saudi Arabien

Team Building Extreme betreiben diese Jugendlichen in Saudi Arabien. Während der Fahrt und barfuß wechseln sie die Reifen. Ein sehr eingespieltes Team. Die Anfrage, ob sie während der Fahrt auch Öl wechseln könnten, läuft noch. Solche Car Stunts, auch Drift Driving genannt, sollen in Saudi Arabien ziemlich populär sein.  Hoffentlich sitzt ein Mann am Steuer. Frau am Steuer wird mit Gefängnis und Peitsche bestraft. Obwohl das Video schon länger auf Youtube die Runde dreht, scheint niemand zu wissen, welches Strafmaß für diese Art des Team Building  ausgeschrieben ist.

Droht ein Anschluss der Ukraine? Wie Putin und sein Team ticken.

Ich habe keine Insider-Informationen aus Russland und über Putin. Allerdings spreche ich etwas Russisch und habe Russland und ehemals sowjetisch besetzte Länder bereist. 

Russland ist ein extrem frustrierendes und frustriertes Land. So frustrierend, dass die russischen Männer durchschnittlich mit Mitte 50 den Löffel abgeben. Die jungen Frauen wollen vorzugsweise auswandern. Dating Sites sind entsprechend voll. Katastrophal ist deshalb natürlich auch die demographische Entwicklung. Der muslimische Bevölkerungsanteil (Russland ist ein Vielvölkerstaat) wächst, der europäische fällt.

Außer IT, Wodka und Erdgas und -öl hat Russland der Welt nichts zu bieten. Einen Lada sieht man eigentlich nie auf deutschen Straßen, obwohl die FAZ auf den Auto-PR Seiten immer wieder mal einen Lada vorführt. Sergej Brin, Google Gründer und Auswanderer aus Russland, bezeichnete Russland als Nigeria mit Schnee.

In diesem Nigeria mit Schnee gibt es einige schöne Hotspots und Einkaufsmeilen für die russische High Society. Der Rest schaut in die Röhre oder auf die staubige Schlaglochpiste.

Kontrolle über das Land haben Putin und seine Geheimdienstleute, die mit Zuckerbrot und Peitsche das Land regieren. Zuckerbrot für alle, die spuren, Peitsche für die, die sich widersetzen. Das Zuckerbrot wird mit unseren Gas- und Ölmilliarden finanziert. Wenn die Gas- und Ölmilliarden weniger werden, dann droht auch der Kollaps des Systems Putin. Die Fettschicht der willigen Funktionäre muss gut geschmiert bleiben. 

Dieses System ist nun in dem Vasallenstaat Ukraine zusammengebrochen. Wahrscheinlich fiel das Zuckerbrot nicht mehr so üppig aus. Die enttäuschten Opportunisten haben dann den Vasallen Putins Janukowitsch fallen gelassen.

Wahrscheinlich fürchten Putin und sein Team der Top-Funktionäre nun dasselbe. Fotos von ihren lächerlichen Palästen mit goldenen Plüschsesseln und Porzellanlöwen, die um die Welt gehen. Diese Angst ist teilweise berechtigt, denn auch Putins wirtschaftliche Basis ist brüchig. Wenn die Gaspreise fallen, dann wird auch das Schmieren der Gefolgsleute schwieriger. Sollten Europa und die USA alternative Energie-Quellen erschließen, dann wäre Putin am Ende.

Noch beziehen wir 30% unseres Gases aus Russland. Putin könnte also ruhig schlafen. Doch das Vorbild der Ukraine könnte die Russen aufwecken.  Die Masse der russischen Unzufriedenen könnten bessere Schulen, Schwimmbäder, Straßen, Polizei... auch außerhalb Moskaus und St. Petersburgs verlangen. Diese menschlichen Bedürfnisse aber konnten Putin und seine Clique bisher nicht einmal ansatzweise erfüllen. 

In einer ex-Sowjetrepublik wie Estland können die einfachen Russen beobachten, dass politische und wirtschaftliche Freiheit Wohlstand für alle schafft, nicht nur für eine korrupte Fettschicht. Eine wohlhabende freie Ukraine in 2025 wäre für die normalen ungeschmierten Russen der Hammer und politische Motivation.

Daher ist eine freie wohlhabende Ukraine eine existenzielle Bedrohung des Systems Putin. Putin und sein Team aus Geheimdienst und Jubelrussen wird daher versuchen, die Ukraine wirtschaftlich, politisch und territorial auseinanderzunehmen. Im Hinblick auf die Krim scheint dies zu gelingen. Doch auch dies hat einen hohen Preis. Putin schweißt die Ukrainer wahrscheinlich zusammen, erzwingt westliche Solidarität mit dem Nachbarn und handelt sich möglicherweise einen neuen russisch-islamischen Schwelbrand ein.

Doch Putin scheint keine andere Wahl zu haben. Er hat wirklich Angst.

Hans-Peter Friedrich als Retter in der Not: Teambuilding der internationalen Polizeibehörden angebracht

Timeline der Affäre Edathy

Der Bundestagsabgeordnete Edathy war möglicherweise vorgewarnt, weil schon Monate vorher in Spanien, USA und Australien Kunden des zerschlagenen Kinderpornoportals verhaftet und verurteilt worden waren. Die internationalen Polizeibehörden tauschen zwar Informationen aus, aber ermitteln und verhaften mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten: Ein Teambuilding wäre angezeigt, um pädophile kriminelle Strukturen zu zerschlagen. Fast zwei Monate bevor die Staatsanwalt Hannover in Aktion trat, hatte die kanadische Polizei die weltweite Verfolgung von Kunden des kanadischen Kinderpornoportals publik gemacht. Somit konnten betroffene Personen in Deutschland sogar aus den normalen internationalen Medien erfahren, dass Jagd auf sie gemacht wird.  Als das BKA mit den Ermittlungen begann, da waren die spanischen Kollegen schon fertig und begannen mit den Verhaftungen. So etwas spricht sich in den entsprechenden Kreisen herum.

Möglicherweise gab es auch undichte Stellen innerhalb der SPD, dem BKA, den LKAs oder den zuständigen Staatsanwaltschaften. Aber selbst wenn es diese Informationslecks gegeben haben sollte, muss ein internetaffiner Pädophiler schon mit Blindheit geschlagen sein, wenn er über Foren und Medien nicht mitkriegt, dass sein Kinderpornoladen geschlossen wurde und die Kunden weltweit verfolgt werden. In den USA hatte der Fall schon im Dezember 2013 die Politik erreicht. Der Mitarbeiter eines prominenten Senators war erwischt worden.

Die verschiedenen Geschwindigkeiten der nationalen Polizeien haben sicher handfeste Hintergründe: Jedes Land hat andere Gesetze. Was in dem einen Land schon kriminell ist, ist in Deutschland gerade noch legal. Deshalb hat das BKA die Abarbeitung der Verdächtigenliste zeitlich hintangestellt.  Auch in Großbritannien verzögerten sich die Ermittlungen. Damit wurde jedoch automatisch in Kauf genommen, dass Verdächtigte durch schnellere Ermittlungen und Verhaftungen in anderen Ländern vorgewarnt sind.

Die pädophilen Käufer von Kinderpornos sind weltweit vernetzt. Die nationalen Polizeien natürlich auch. Aber was nützt die ganze Information über mögliche Täter, wenn diese Informationen beim BKA über ein Jahr auf Halde liegen. Mögliche Täter haben so genügend Zeit, Spuren zu verwischen.

Die Polizeien sollten nicht nur Informationen austauschen, sondern auch nationale Aktionen synchronisieren: Getrennt ermitteln, aber vereint zuschlagen. 

Die Information über den Verdacht gegen Edathy war dem BKA seit Januar 2011 bekannt. Da niemand diese Information auswertete, trat der Fall ein, dass ein mutmaßlicher Pädophiler den NSU-Bundestagsausschuss über die jüngsten Nazimorde in Deutschland leitete. Wenn der damalige Innenminister Friedrich nicht die Courage gehabt hätte, die SPD-Granden vor Edathy zu warnen, wäre Edathy wahrscheinlich bis zur Durchsuchung seines Hauses (das Bundestagsbüro wurde ja anscheinend vergessen) ein einflussreicher Politiker und möglicherweise Minister oder Staatssekretär der GroKo gewesen. Die aktuelle Regierung würde nun vor einem Scherbenhaufen stehen, weil ein möglicherweise krimineller Pädophiler am Koalitionsvertrag mitgebastelt und Regierungsentscheidungen mitgetragen hätte.

Friedrich war praktisch der letzte Mann vor der Strafraumgrenze, der möglicherweise auch unter Bruch des Dienstgeheimnisses ein taktisches Foulspiel begehen musste, um größeren Schaden von der Regierung und diesem Land abzuwenden.

Friedrich war somit der Team Player, der im letzten Augenblick Verantwortung übernehmen musste, weil möglicherweise die IT unserer Polizei (ich denke da an die zwei Papiermappen zum Fall Edathy, die der zuständige Staatsanwalt in Hannover zuletzt in die Fernsehkameras hielt) nicht auf der Höhe der Zeit ist, die internationale polizeiliche Koordination ebenfalls zu wünschen übrig lässt und auch die Gesetzeslage hinsichtlich Kinderpornographie einige Schlupflöcher aufweist

Fazit: Die Pädophilen sind weltweit vernetzt und rumänische Kinder landen auf Bildschirmen weltweit, aber die Politik und die nationalen Polizeien agieren nur auf nationaler Ebene mit drastischen Folgen für die ausgebeuteten Kindersklaven.

Da ich selbst in der Qualitätssicherung eines großen Internetkonzerns tätig war, bin ich immer wieder auf versteckte kinderpornographische Webseiten geführt worden und habe konsequent jeden Verdacht bei dem zuständigen LKA angezeigt (geht ganz einfach per E-Mail). Mein Mitgefühl gilt den Beamten, die sich diesen perversen Mist anschauen müssen. Mein Mitgefühl gilt aber ganz besonders den versklavten Kindern, die für den pädophilen Markt seelisch fertig gemacht werden.  Daher bin ich für eine effektive Überwachung des Internets und ein Teambuilding von Politik und Polizei weltweit, damit man vereint abschrecken und zuschlagen kann.