Wie Afrikanische Wildhunde über ihr Mittagessen entscheiden: einvernehmlich und effizient.
In Unternehmen und Behörden beginnt jede wichtige Entscheidung mit einem laaaaaaaaaangen Meeting.
Afrikanische Wildhunde sind da effizienter.
Sie niesen.
Bevor das Rudel zur Jagd aufbricht, wird durch die Nase abgestimmt.
Einmal. Zweimal. Dreimal.
Je mehr Nieser, desto wahrscheinlicher zieht das Rudel los.
Wissenschaftlich untersucht. Kein Scherz.
Video: National Geographic Animals / Original auf YouTube ansehen .
Aber Achtung: Wenn die Chefin oder der Chef den Aufbruch einleitet, reichen ungefähr drei Nieser.
Wenn die Belegschaft losziehen will, braucht es etwa zehn.
Immerhin: Wenn die Belegschaft genügend niest, geht's auch ohne den Segen der Chefetage los.
Und noch etwas ist bemerkenswert: Bei Wildhunden jagen Weibchen und Rüden gemeinsam.
Keine Männerquote. Keine Frauenquote. Hauptsache, es schmeckt.
Vom Busch auf die Schafweide
Beim Schafehüten-Teambuilding erleben wir regelmäßig:
Einer vorne hält sich für den Chef.
Die anderen stehen herum.
Die Schafe gehen woanders hin.
Und falls demnächst im Vorstand jemand niest:
Wissenschaftliche Grundlage: Walker et al. (2017), Sneeze to leave: African wild dogs use variable quorum thresholds facilitated by sneezes in collective decisions , Proceedings of the Royal Society B.
Die Forschenden beobachteten 68 Zusammenkünfte von fünf Wildhundrudeln in Botswana. Die Schwellenwerte von ungefähr drei beziehungsweise zehn Niesern hängen davon ab, welche Tiere den Aufbruch einleiten. Ob die Nieser tatsächlich als „Stimmen“ fungieren oder einen bereits entstehenden Gruppenkonsens widerspiegeln, ist nicht abschließend geklärt.

